?So ist?s geworden: TATuP-THEMA ?KI-Systeme gestalten und erfahren?

Publikationsdatum: 12.01.22 12:11    Letzte Aktualisierung: 12.01.22 12:18

Autor: Stephan Lingner

 

Künstliche Intelligenz ist Vision und Realität zugleich. Sie bietet uns zahlreiche Möglichkeiten der Entwicklung und Entfaltung, mutet uns aber auch Unabwägbarkeiten ihres Einsatzes zu. Mal wird sie durch überzogene Heilserwartungen mystifiziert, mal erscheint uns ihre vermeintliche Allmacht im Licht dystopischer Zukunftsbilder unheimlich. Dabei ist uns ihr Wirken im gegenwärtigen Alltag oftmals noch nicht einmal bewusst.

KI ist daher ein typischer Gegenstand von Technikfolgenabschätzung, den ich und meine Mitherausgeber sowie die Autor(inn)en des TATuP-Themas „KI-Systeme gestalten und erfahren“ verfolgt haben. Dabei ergab sich ein wesentlicher Impuls für das Themenheft in der Endphase des vom DLR geförderten Publikationsvorhabens Künstliche Intelligenz in der Forschung, an dem Bernhard Humm, Jan Schmidt und ich aus jeweils unterschiedlichen fachlichen Blickwinkeln gleichfalls mitgewirkt haben. Uns war in dem Zusammenhang klar, dass KI auch in anderen Bereichen von Wirtschaft, Gesellschaft und Öffentlichkeit eine große und nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Und daher sollte KI mit dem TATuP-Themenschwerpunkt in größerer Breite adressiert werden. Desgleichen schien es uns erforderlich zu sein, angesichts der konkreten Möglichkeiten und Herausforderungen von KI die praxisnahe Seite des Spezialthemas zu betonen. Hier kam dankenswerter Weise Karsten Wendland ins Spiel, der sich anbot, als Mitherausgeber insbesondere die Anwenderseite von KI in den Vordergrund zu stellen. Damit waren wir für die fachliche Betreuung des Spezialthemas komplett.

 

Auf unseren Call for Abstracts hin erhielten wir erfreulicherweise viele inspirierende Beitragsvorschläge zur Bedeutung von und zum Umgang mit KI. Aufgrund der verlegerischen Limitierungen war von uns eine Auswahl zu treffen, die kriteriengeleitet war und dabei die erwünschte Breite des Schwerpunktthemas abdecken sollte. Entsprechend bunt gestaltete sich dann auch das Bild der eingereichten Manuskripte und späteren Beiträge. So beschäftigte sich Bernd Beckert mit den ersten Anfängen konkret umgesetzter vertrauenswürdiger Intelligenz und den Hemmnissen einer Realisierung in der Praxis (S. 17ff). Sascha Dickel stellte sich Fragen der kulturellen Herausforderungen durch den Einsatz kommunizierender Maschinen wie z.B. Sprachassistenten und Chatbots (S. 23 ff). Reinhard Heil, Nils B. Heyen, Martina Baumann, Bärbel Hüsing, Daniel Bachlechner, Ulrich Schmoch und Harald König analysierten die Konvergenz von KI und Genomik, wie die KI-Methoden mit biomedizinischer Forschung und Praxis zusammenhängen und welche Herausforderungen dadurch für die klinische Praxis entstehen (S. 30ff). Die besondere Bedeutung der Rolle von Mitarbeiter(innen) beim Einsatz von KI, gerade wenn es um Akzeptanz und Vertrauen geht, wurde im Beitrag von Maria Jung und Jörg von Garrel erörtert (S. 37ff). Stefan Strauß konzentrierte sich auf das Risiko eines Deep Automation Bias, der aufgrund von Diskrepanzen zwischen Systemverhalten und Nutzungspraktiken von KI entstehen kann (S. 44ff). Anhand des seit 40 Jahren bestehenden Fundus von Berichten zu IuK-Technologien aus Enquete-Kommissionen des Deutschen Bundestages zeigten Christian Vater und Eckhard Geitz wie sich die einschlägigen Handlungsempfehlungen für Parlamentarier(innen) im Laufe der Zeit verändert haben (S. 50ff). Thomas Wilmer fasste die komplexe und auch unübersichtliche Rechtslage im Kontext von KI und Dateneigentum, Datenschutz und Urheberrecht zusammen und stellte dar, welchen Einfluss Regulierungs- sowie Kontrollmaßnahmen haben können (S. 56ff).  Je nach Kontext und Zielpublikum erschienen die Beiträge entweder in deutscher oder englischer Sprache. 

 

Der Aufwand für die Gestaltung des TATuP-Themas war nicht zu unterschätzen. Dabei erwies sich die laufende Abstimmung unter uns vier Mitherausgebern als problemlos – sicher auch durch die corona-bedingt eingeübte Praxis niederschwelliger Online-Meetings. Auch fühlten wir uns durch das Redaktions-Team sehr gut betreut und durch dessen klaren Workflow in allen Arbeitsschritten perfekt vorbereitet, sodass wir auf eine sehr angenehme und produktive Zusammenarbeit mit der Redaktion zurückblicken können.

geschrieben von openTA Gastbeitrag | 156 Aufrufe, 0 Kommentare ki
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