20 Jahre ITA ? keine Selbstverständlichkeit!

Publikationsdatum: 15.05.14 15:30    Letzte Aktualisierung: 12.07.18 16:19

Dass es TA-Einrichtungen gelingt, über mehrere Jahrzehnte zu existieren, ist nicht selbstverständlich: Schon das US-amerikanische OTA wurde ?nur? 23 Jahre jung, das flämische IST gar nur zwölf ebenso wie die Stuttgarter TA-Akademie. Immer wieder erfährt man von ?Fast-Schließungen?, zuletzt aus Dänemark 2012. Überhaupt ist die institutionelle Geschichte fast aller TA-Einrichtungen durchaus wechselvoll, wie zuletzt im Bericht ?TA in Europe? des EU-Projekts PACITA eindrucksvoll dokumentiert. Auch das deutsche TAB, das 2010 seinen 20. Geburtstag feierte und TA-Swiss, das 2012 nachzog, sind keine Selbstläufer. Inzwischen ist es der weltweiten Community bewußt, dass es nie selbstverständlich sein wird, dass sich ein Land eine TA-Einrichtung leistet.

Auch in Österreich waren gerade die letzten Jahre geprägt von ständiger Überzeugungsarbeit innerhalb und außerhalb der Akademie, um das Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) in Zeiten massiver Budgetknappheit und Restrukturierungsmaßnahmen nicht nur zu erhalten, sondern auch weiterzuentwickeln. Das ist ein Grund mehr, am 2. Juni 2014 sein 20-jähriges Bestehen zu feiern.

TA wird an der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) zwar schon seit 1985 betrieben und unsere direkte Vorgängereinrichtung, die Forschungsstelle für Technikbewertung, wurde schon 1988 gegründet. Die feste Verankerung als Institut der Akademie erfolgte erst 1994. In den zwanzig Jahren ist es gelungen, das TA-Profil der Einrichtung zu schärfen und es auch wissenschaftlich zu etablieren. Mit der aktuellen Leistungsvereinbarung 2012?2014 zwischen Akademie und Wissenschaftsministerium wird die Besonderheit des ITA als Forschungs- und zugleich Beratungseinrichtung mit öffentlicher Aufgabe unterstrichen. Das findet seinen Niederschlag auch in dem aktuellen Mission Statement.

Eine besonders erfreuliche Entwicklung der letzten Zeit ist das verstärkte Interesse des österreichischen Parlaments an den Forschungsergebnissen des Instituts. Für dieses Jahr ist eine erste Studie direkt im Auftrag des Nationalrats vorgesehen. Dem Interesse des Parlaments entspricht auch die Vollmitgliedschaft im Netzwerk EPTA (European Parliamentary Technology Assessment) seit 2013.

Nicht nur in der EPTA-Mitgliedschaft drückt sich das Interesse des Instituts an der TA in Europa aus, sondern auch über seine Aktivitäten im Netzwerk TA, das seine jährliche  Konferenz heuer zum zweiten Mal in Kooperation mit dem ITA in Wien veranstaltet. Für das internationale Engagement steht auch die Mitarbeit im PACITA-Projekt, in dem das ITA durch die Entwicklung des PACITA-TA-Portals maßgeblich zum Aufbau der Infrastruktur der internationalen TA-Community beiträgt.

Die Nähe zum Parlament kommt auch darin zum Ausdruck, dass die Präsidentin des österreichischen Nationalrates Barbara Prammer die Aufgabe übernommen hat, den Festakt zur 20-Jahre-Feier am Abend des 2. Juni zu eröffnen. Die Nähe zur Wissenschaft hätte wohl kaum besser zum Ausdruck kommen können als durch die Zusage von Renate Mayntz, den Festvortrag zu halten. Dem Anlass entsprechend, haben wir die künstlerische Rahmung dem mehrfach ausgezeichneten Audio-Videokünstler ritornell übertragen und sind schon gespannt, wie er Technikfolgenabschätzung interpretieren wird.
geschrieben von Michael Nentwich | 11635 Aufrufe, 0 Kommentare
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