So ist?s geworden: TATuP-THEMA Energiezukünfte

Publikationsdatum: 19.03.20 15:36    Letzte Aktualisierung: 20.03.20 15:04

Ein Beitrag von Lisa Nabitz

Vom Ausstieg aus der Kernenergie, über die Beendigung der Kohleverstromung, bis hin zur sogenannten Mobilitätswende: Wir befinden uns mitten in einem großen Transformationsprozess hin zu einem klimaverträglichen Energiesystem bis zum Jahr 2050, dessen Umsetzung uns allen Flexibilität und ein „Denken in Alternativen“ abverlangt. Wie also lassen sich verschiedene Energiezukünfte wissenschaftlich analysieren? Und inwiefern können diese politisch sowie gesamtgesellschaftlich bewertet und initiiert werden? Zu dieser und weiteren Forschungsfragen luden meine Kollegen Dr. Dirk Scheer und Dr. Witold-Roger Poganietz und ich, Lisa Nabitz, vergangenes Jahr zu innovativen Beiträgen aus der Perspektive der inter- und transdisziplinären Zukunftsforschung, TA und Systemanalyse ein. Daraus entstanden ist der TATuP-Schwerpunkt „Energiezukünfte. Wissen, beraten, gestalten“, der uns auf vielfältige Weise inspiriert hat und im Dezember 2019 veröffentlicht wurde. 

Herausgekommen ist ein spannendes Zusammenspiel an Arbeiten zu Konzepten, Methoden und Werkzeugen, um die Transformation und deren (potenzielle) Entwicklung zu analysieren und gesamtgesellschaftlich zu verorten. Im Zentrum des Hefts stehen unterschiedliche soziotechnische Konstellationen aus einem breiten Themenspektrum. Beispielsweise wird der Frage nachgegangen, welche Bedeutung sozialen Akteuren bei der Energieeffizienz im Wärmesektor zukommt oder wie es etwa um die Akzeptabilität von Power-to-X-Technologien zur Herstellung synthetischer Brenn- und Kraftstoffe bestellt ist. Weitere TA-relevante Felder, wie die Simulation und Analyse von Innovationsdynamiken oder die Reflexion von Narrativen und Leitmotiven runden das Spektrum ab. Nicht zuletzt beschäftigt sich der Schwerpunkt mit den zu Grunde liegenden Rahmenbedingungen, wie etwa die Bedeutung des Energiewenderechts für das Ge- oder Misslingen der gesamten Energiewende. Alle Beiträge vereint dabei die Suche nach geeigneten innovativen, empirischen und konzeptionellen Methoden zur wissenschaftlichen Beschäftigung mit Energiezukünften. Besonders gefreut hat uns die große und spannende Bandbreite an inter- und transdisziplinären Arbeiten zu diesem Thema.

Getreu dem Motto „nach dem Special Issue, ist vor dem Special Issue“, bleiben auch in diesem Themenfeld zukünftig viele spannende Forschungsfragen: Wie können bspw. Energiezukünfte nun konkret ausgestaltet werden? Welche Kombinationen aus (Politik-)Interventionen und Maßnahmen sind in der Lage, die denkbaren unterschiedlichen Pfade auszulösen? Oder auch: Wie können die sich im Zeitverlauf ändernden Rahmenbedingungen, Einflussfaktoren und Wirkungszusammenhänge in Zukunftsaussagen berücksichtigt und beschrieben werden? Die Wissenschaft hat also weiterhin die Aufgabe, Zukunftspfade der Energiewende zu identifizieren und zu charakterisieren, um gesellschaftspolitischen Entscheidungsträger*innen und der Öffentlichkeit Wissen (und auch Nicht-Wissen) für eine erfolgversprechende Transformation an die Hand zu geben.

geschrieben von Marius Albiez | 1128 Aufrufe, 0 Kommentare nachhaltigkeit energie energiezukünfte wissen
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